Der letzte Überlebende von Sam Pivnik

Hardcover erschienen im März 2017
ISBN: 978-3-806-23478-7
Preis: 19,95 Euro
Einzelband
 

Seiten: 304
Genre: Wahre Geschichte

Verlag: Theiss
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Ulrike Strerath-Bolz

Originaltitel: Survivor

der letzteueberlebende
 
Beschreibung: Holocaust-Überlebender Sam Pivnik lebte mit seiner Familie in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Sam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Nazis in Polen einmarschierten. Während das Städtchen ein Ghetto wurde, war der Junge, der damals noch »Szlamek« hieß, mittendrin. Er überlebte, auch den Todesmarsch nach Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Schiffbruch auf der Cap Arcona. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend. Vierzehn Mal entging er dem Tod. Am Ende war er der einzige Überlebende seiner Familie.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.
Quelle: Verlag Theiss

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Ich habe selten ein Buch gelesen, welches mich so nachhaltig bewegen konnte. Sam Pivnik beschreibt die grausamen Jahre in der Gefangenschaft in Ausschwitz sehr objektiv und ohne viel Selbstmitleid, und trotzdem schreit die Gewalt und das Unerträgliche nur so aus den Seiten von Der letzte Überlebende. Meine Angst, dass das Buch recht "trocken" und somit zäh zu lesen ist, war gleich nach den ersten Seiten verflogen. Der Autor schreibt interessant und flüssig, und auch, wenn ich es mit Jahreszahlen und den vielen Ortsnamen nicht so habe, konnte ich dem Geschehen sehr gut folgen.

Ich wollte das Buch lesen, weil ich viel zu wenig über diese dunkle deutsche Vergangenheit weiß und der Meinung bin, dass sie nie vergessen werden darf. Natürlich sind wir eine andere Generation, aber dennoch gehört es nun mal zu Deutschland und ich kann es nicht hören, wenn mir jemand mal wieder sagt: "Das muss man doch jetzt langsam mal ruhen lassen." Nein, man darf es nicht ruhen lassen, schon gar nicht in einer Zeit, wo Flüchtlings-Unterkünfte angegriffen werden und Menschen wieder gehäuft wegen ihrer Herkunft oder Religion angegriffen werden. 

Sam Pivnik wurde 1926 in Polen, in der Stadt Bedzin geboren. Er ist Jude, sowie ein großer Teil der damaligen Einwohner. Anfangs spielt der Glaube seiner Familie in vielen Bereichen keine Rolle, Juden wie Nicht-Juden spielen gemeinsam im Garten Eden, wie sie ihr Viertel nennen. Als jedoch die Deutschen 1939 in Polen einmarschieren, ändert sich schnell das Leben der Juden. Nach Ausgrenzungen und Demütigungen werden sie schließlich 1943 deportiert und landen nach einer brutalen, und auszehrenden Reise in Ausschwitz-Birkenau, wo das Schlimmste erst beginnen soll. 

Ich war beim Lesen nahezu durchgehend entsetzt über die Vorgehensweise der Nazis. Natürlich weiß ich einiges darüber, was damals passiert ist. Erst im letzten Jahr habe ich die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar besucht und bei einem sehr ausführlichen und interessanten Vortrag zugehört. Die Atmosphäre des Ortes auf dem Ettersberg hat mich sehr bedrückt und beeindruckt. Buchenwald wird dem Buch von Sam Pivnik übrigens ebenfalls erwähnt. Doch trotz allem Vorwissen war ich erneut schockiert, was Menschen anderen Menschen antun können, wozu sie in der Lage sind und das nur, weil jemand einer anderen Religion angehört. Kinder und Frauen wurden einfach so ins Gas geschickt und letztendlich viele Millionen Menschen für nichts und wieder nichts gequält und getötet. 

Nach der Ankunft in Ausschwitz wird auf der "Rampe" gleich selektiert. Der 17 jährige Sam verliert hier wahrscheinlich sofort seine Eltern und Geschwister, denn Frauen, Kinder und Männer, die zum Arbeiten nicht mehr zu taugen scheinen, werden ohne große Umwege in die Gaskammern geschickt. Von nun an werden die jüdischen Gefangenen schlechter wie Vieh behandelt, willkürlich wird brutal auf sie eingeschlagen, und bevor sie in ihre Unterkünfte gebracht werden, müssen sie sich einer weiteren, grausamen Prozedur unterziehen. Zuerst müssen sie eiskalt duschen, um sich danach nahezu sämtliche Körper-Behaarung wegscheren zu lassen, die dabei entstehenden Schnittwunden sollen noch längst nicht das Schlimmste sein. An dieser Stelle hätte ich heulen und das Buch an die Wand schmeißen können. Mir will einfach nicht in den Kopf, wie man Menschen so behandeln kann. Unendlich viele Juden, aber auch Nicht-Juden wurden wie Sam in KZs gesteckt, mussten grausame und unwürdige Behandlungen über sich ergehen lassen und körperliche Schwerstarbeit verrichten, ohne ausreichende Nahrung zu bekommen. Wer nicht mehr konnte wurde getötet, er war überflüssig. 

Sam Pivnik erzählt emotional, aber dennoch auch sehr gefasst über sein Schicksal im Konzentrationslager, bis er dieses 1945 verlassen hat. Nach dem sogenannten Todesmarsch, bei dem erneut viele Juden umgebracht wurden, bis hin zu einem kurzen Aufenthalt auf dem Schiff Cap Arcona, das von den Engländern in der Annahme bombardiert wurde, dass sich dort SS-Offiziere aufhalten würden, sollte Sam endlich frei sein. 

Sam Pivnik erzählt auch von der Zeit nach der Befreiung, von der Freiheit, sie sich zunächst sehr fremd anfühlt, Rachegelüste und von dem, was aus einigen Verantwortlichen geworden ist. Das Buch enthält einige geschichtliche Details und Fakten, die sehr interessant, erfreulich und erschütternd sind. 

Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen, bitte denkt nicht, dass Ihr das nicht schon wieder durchkauen wollt, es ist eine wirklich sehr interessante Lebensgeschichte. Das Buch hat mich aufgewühlt, extrem wütend gemacht und an einigen Stellen kamen mir die Tränen, aber genauso soll es sein, die Millionen Juden haben es verdient gehört und nicht vergessen zu werden. Sam Pivnik gehört zu den immer weniger werdenden Überlebenden des Holocaust und erzählt seine eigenen Erfahrungen, die einen Ausschwitz und das Schicksal der Juden erschreckend nahe bringen. 

5star


Ich bedanke mich herzlich für dieses Rezensionsexemplar bei

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Insomnia von Jilliane Hoffman

Hardcover erschienen im Dezember 2016
ISBN: 978-3-805-25071-9
Preis: 19,95 Euro
auch erhältlich als eBook
Teil einer Serie
 

Seiten: 480
Genre: Thriller

Verlag: Wunderlich / rowohlt
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Sophie Zeitz &
Stefanie Kremer

Originaltitel: The girl who cried monster

Es handelt sich um den zweiten Teil der Bobby Dees-Reihe


insomnia
 

Inhalt
: Sein Kopf fühlt sich an, als sei er in einen Schraubstock gezwängt. Er kann nicht essen, er kann nicht schlafen. Dann kehren die bösen Gedanken zurück. Und es gibt nur eines, was er tun kann, um sie loszuwerden ...
Verstört und mit Schnittwunden übersät taumelt Mallory Knight in eine Biker-Bar in Süd-Florida. Zwei Tage lang war die 17-jährige Schülerin spurlos verschwunden. Sie behauptet, dem „Hammermann“ entkommen zu sein, einem Serienkiller, der bereits über ein Dutzend Teenagermädchen entführt und mit seinen schrecklichen Werkzeugen zu Tode gequält hat. Aber als Special Agent Bobby Dees Mallory befragt, verstrickt sie sich in Widersprüche. Kurz darauf wird ein weiteres Mädchen vermisst, und Mallory muss erkennen, dass ihre Aussage fatale Folgen hat...
Quelle: Verlag Wunderlich / rowohlt

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Meine Meinung: Jilliane Hoffman gehört zu meinen Lieblings-Thriller-Autorinnen. Sobald ein Buch von ihr veröffentlicht wird dauert es nicht lange, bis auch ich es gelesen habe. Insomnia hat mir einmal mehr bestätigt, dass ich damit so schnell nicht aufhören werde. Bis jetzt war ich von keinem ihrer Bücher enttäuscht.

Insomnia hat alles, was ein guter Thriller für mich braucht: einen sehr flüssigen Schreibstil, starke Figuren, einen krassen Spannungsbogen, und für mich ganz wichtig: ich kann bis zur Auflösung meine eigenen Schlüsse ziehen. Es werden verschiedene Figuren beschrieben, bei denen ich gedanklich immer wieder überlege, ob und warum sie als Täter in Frage kommen können. Das Ende hat mir auch diesmal wieder gut gefallen, ein Showdown, mit dem ich so nicht unbedingt gerechnet habe, auch wenn ich den Täter tatsächlich zwischenzeitlich unter die Lupe genommen habe.

Auch, wenn ich von Kriminalarbeit überhaupt keine Ahnung habe finde ich, dass Jilliane Hoffman ihre Fälle sehr intelligent und spannend verstrickt, ohne, dass es zu kompliziert wird. Im Gegensatz zu manch anderen Thriller-Autoren habe ich bei ihr meistens das Gefühl, dass alle offenen Fragen beantwortet worden sind, und dass ich wirklich alles verstanden habe. 

Ich kann hier eine klare Lese-Empfehlung geben, wer Thriller mag, der sollte sich das neuste Werk von Jilliane Hoffman nicht entgehen lassen. Für mich ein richtiger Page-Turner, der erschreckt, entsetzt und wahnsinnig gut unterhält.

5star

Meer Liebe auf Sylt von Claudia Thesenfitz

Taschenbuch erschienen im März 2017
ISBN: 978-3-548-28847-5
Preis: 9,99 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 272
Genre: Belletristik

Verlag: Ullstein
Sprache: Deutsch



meer liebeaufsylt
 

Inhalt
: Um ihre Ehe zu retten, fliegt die 27-jährige Alexandra nach New York. Mutter Henrietta und Schwiegermutter Ulla sind sofort zur Stelle, um in einem Strandhaus auf Sylt auf die kleine Emma aufzupassen. Dumm nur, dass sich die beiden jungen Omas nicht ausstehen können. Ulla ist überzeugte Esoterikerin, Henrietta knallharte Karrierefrau. Bio contra Business, Eso contra Ellenbogen - zwei Welten prallen aufeinander. Als auch noch Alexandras kinderlose Schwester Jana zu Hilfe eilt, ist das Chaos perfekt. Das Leben der Frauen wird ordentlich durcheinandergerüttelt - und ist am Ende viel besser als vorher ...
Quelle: Ullstein Buchverlage

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Angezogen vom hübschen Cover und gelockt mit einer Geschichte, die an meiner geliebten Nordsee spielt, habe ich mich auf Meer Liebe auf Sylt sehr gefreut. 

Bei den ersten Beschreibungen von Ulla und Henrietta haben sich mir die Fußnägel hoch gebogen. Beide Frauen wurden absolut Klischee-beladen und etwas überzogen beschrieben. Henrietta ist die Chefredakteurin einer großen Frauenzeitschrift, fixiert auf ihre Karriere, modebewusst und immer uptodate. Zu ihren beiden Töchtern Jana und Alexandra hat sie schon immer ein etwas distanziertes Verhältnis, da sie einen Großteil ihrer Erziehung in andere Hände gelegt hat. Ihr Mann Bernd ist ihr Ruhepol, eher eine Figur im Hintergrund. Leidenschaft ist bei den dem langjährigen Ehepaar schon lange ein Fremdwort. Im Gegenzug dazu lebt Ulla, die Schwiegermutter von Henriettas Tochter Alexandra, ein völlig anderes, sehr entschleunigtes Leben. Ulla ist aus Leidenschaft Veganerin, betreibt Yoga und schmeißt mit Weisheiten um sich, bei denen sich Henrietta die Zeh-Nägel hochrollen, ebenso wie bei dem Anblick Ullas unrasierter Beine. 

Die beiden völlig verschiedenen Frauen reisen nach Sylt, um dort den zweiten Geburtstag ihrer gemeinsamen Enkeltochter Emma zu feiern. Doch die Feier wird ohne Alexandra stattfinden, die junge Frau reist ihrem Mann Marcus in die USA hinterher, um ihre Ehe zu retten. Die beiden Omas stehen vor vollendeten Tatsachen und müssen sich irgendwie mit der Situation abfinden. 

Ich hab mir den weiteren Verlauf der Geschichte ein bisschen heikler und bissiger vorgestellt, jedoch war schnell zu spüren, dass sich Ulla und Henrietta trotz ihrer völlig unterschiedlichen Charaktere langsam aber sicher annähern. Die beiden Frauen waren mir sehr schnell sympathisch, was ich mir nach dem Lesen der ersten Seiten gar nicht vorstellen konnte. Anstatt sich gegenseitig anzugreifen lassen beide Geduld und Verständnis walten und arrangieren sich recht gut mit der Situation. 

Später stößt auch noch Henriettas ältere Tochter Jana zu dem Frauen-Trio. Sie kommt extra von einer beruflichen Reise von Mallorca, um ihre Mutter zu vertreten, die wegen einem unvorhergesehenen Problem schnell in die Redaktion ihrer Zeitschrift eilen muss. 

Der kleine Mittelpunkt der Frauen ist die süße Emma, die mit ihrem niedlichen Gebrabbel und kindlichen Weisheiten die witzigen Schlag-Abtäusche ihrer Omas ergänzt. 

Meer LIebe auf Sylt ist für mich eine lustig-leichte Geschichte, ein Wohlfühl-Buch für alle, die die Nordsee lieben und sich von amüsanten Frauen-Geschichten gerne unterhalten lassen. Mir hat es Spaß gemacht die Geschehnisse zu verfolgen, dabei hab ich viel geschmunzelt und mir von der traumhaften Kulisse Appetit auf meinen nächsten Nordsee-Urlaub geholt. 

4star


Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich herzlich bei

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In jedem Augenblick unseres Lebens von Tom Malmquist

Hardcover erschienen im März 2017
ISBN: 978-3-608-98312-8
Preis: 20 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 576
Genre: wahre Geschichte

Verlag: Klett-Cotta
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Gisela Kosubek

Originaltitel: I varje ögonblick är vi fortfarande vid liv

in jedemaugenblickunsereslebens
 

Inhalt
: Tom und Karin erwarten ihr erstes Kind, als Karin plötzlich schwer erkrankt und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Das Baby wird per Kaiserschnitt gerettet, während Tom wie in einem Albtraum in den unterirdischen Gängen des Krankenhauses umherirrt. Zwischen Intensivstation und Säuglingsstation, zwischen Leben und Tod. Als er nach Hause zurückkehrt, hat er Karin verloren und ist allein mit einem Neugeborenen. Um sich seiner Trauer zu stellen und seiner Tochter ein Vater zu sein, beginnt er ein Buch zu schreiben.
Quelle: Verlag Klett-Cotta

Verlagseite des Buches


Meine Meinung: Was habe ich mir nur dabei gedacht, meine Punkte bei Vorablesen für ein (Wunsch-) Buch einzusetzen, von dessen Autor ich noch nie etwas gelesen habe, ohne wenigstens mal in die Leseprobe zu gucken?! Das hätte mich vor einer Enttäuschung bewahrt und das Buch vor einer sehr mäßigen Rezension. 

Das Buch erzählt die Geschichte des Autorn Tom Malmquist. Vor ein paar Jahren wurde seine Lebensgefährtin todkrank und hat, bereits halb im Koma, die gemeinsame Tochter Livia per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Kurz darauf stirbt Karin und hinterlässt einen völlig neben der Spur geratenen Tom, der nun alleine mit einem neu geborenen Säugling sein Leben bestreiten muss. 

Mit diesem kurzen Abschnitt ist das Wesentliche schon fast auf den Punkt gebracht. Auch, wenn diese Tatsache furchtbar traurig und bewegend ist, konnte ich von den Emotionen überhaupt nichts spüren. Der Schreibstil verhindert leider jedes Mitfühlen, ohne Anführungszeichen ist es mir schwer gefallen den Gesprächen zu folgen. Die Geschichte hat auf mich eher informativ als tiefgreifend gewirkt und ich habe mich träge durch die Seiten bewegt. Wäre es kein Rezensionsexemplar, hätte ich In jedem Augenblick unseres Lebens wohl abgebrochen und enttäuscht zur Seite gelegt. Ich kann noch nicht einmal sagen, ob mir, mal ganz abgesehen von der kleinen Livia, irgendeine Person in der Geschichte sympathisch oder unsympathisch ist, es kam einfach nichts rüber. 

Mir bleibt nur zu hoffen, dass Tom Malmquist mit Hilfe des Schreibens seiner tragischen Geschichte, ein bisschen von seiner Trauer verarbeiten konnte. Bei mir ist der Funke leider überhaupt nicht übergesprungen. 

Alleine das Cover bekommt mein Wohlwollen, das und die Inhaltsangabe haben mich auf das Buch neugierig gemacht, dem ich nun aber nur magere zwei von fünf Punkte geben kann.

2star


Ich bedanke mich bei 
vorablesen logo  und dem Verlag  klett cotta

für das Rezensions-Exemplar!

Eden Summer von Liz Flanagan

Hardcover erschienen im März 2017
ISBN: 978-3-848-92093-8
Preis: 14,95 Euro
auch erhältlich als TB und eBook
Einzelband
 

Seiten: 368
Genre: Jugend-Thriller ab 14 J.

Verlag: Aladin / Carlsen
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Sabine Schulte


eden summer
 
Inhalt: Obwohl die schüchterne Jess und die allseits beliebte Eden so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, kann nichts die beiden trennen. Bis Eden eines Tages spurlos verschwindet! Die Suche nach der vermissten Freundin konfrontiert Jess bald mit dunklen Kapiteln ihrer eigenen Vergangenheit, und dann ist da noch Liam, Edens Freund, mit dem Jess mehr verbindet als sie wahrhaben will.
Quelle: Verlag Aladin /Carlsen

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Selten habe ich einen Jugend-Thriller gelesen, der mich so gut unterhalten und gefesselt hat. 

In einem kleinen Ort, nicht weit entfernt von London, leben Eden und ihre beste Freundin Jess. Die beiden Mädchen sind sehr verschieden, Jess ist das kleine Emo-Mädchen, das mit ihrer lesbischen Mutter alleine lebt und Eden bildhübsch und aus gutem Haus. Die beiden 15 jährigen sind trotzdem unzertrennlich. Als Eden mit Liam zusammenkommt, einem Jungen, mit dem Jess den Sommer über zusammen kellnert und sich gut versteht, weckt es in ihr gemischte Gefühle. 

Eden Summer spielt an dem Tag, an dem Eden plötzlich verschwindet, die Kapitel starten mit der Uhrzeit, zu der das aktuelle Geschehen erzählt wird. Dazwischen wird auf vorangegangene Ereignisse zurück geschaut, die alle gravierenden Einfluss auf Jessi und Eden haben. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Jess, was mich ihr sehr nahe gebracht hat. Ich konnte mich sehr gut in dieses junge Mädchen hineinversetzen und mochte sie von Anfang an. 

Eden und Jess haben beide Schlimmes erlebt in den letzten Monaten. Was genau passiert ist, möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen, denn auch als Leser des Buches erfährt man erst später genauer von den Ereignissen, die bei den Freundinnen tiefe Spuren hinterlassen haben. Die Autorin streut erstmal nur spärliche Hinweise, die mich extrem neugierig gemacht haben. Spätestens nach dem ersten Drittel konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen. Dabei war es gar nicht mal nur der Ausgang der Geschichte, in erster Linie wollte ich erfahren, was vorher geschehen ist. 

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich kann nicht sagen, dass er ausgefallen ist, aber doch ein wenig anders als ich es gewohnt bin. Nach nur wenigen Seiten war ich allerdings mitten drin und hab die Gefühlswelt von Jess als recht facettenreich und tiefgründig empfunden. Für mich hat Liz Flanagan mit Eden Summer ein Drama entworfen, welches sich zwar augenscheinlich nicht ungewöhnlich ist, sich aber dennoch von anderen Geschichten dieser Art abhebt. 

Dramatisch und spannend baut sich die Geschichte nach und nach auf, und je mehr ich von dem erfahren habe, was vor dem Verschwinden von Eden passiert ist, desto klarer wurde mir besonders Edens Launenhaftigkeit. Sympathie und Skepsis haben sich bei mir abgewechselt, zwischendurch hatte ich immer wieder das Gefühl mich in dem Mädchen zu irren. 

Fazit: Ein bisschen Thriller, vielleicht ein bisschen mehr Drama, auf jeden Fall ein Jugendbuch, welches mich überzeugt hat! Liz Flanagan ist definitiv eine Autorin, die ich im Auge behalten werde und von der ich mir weitere Bücher wünsche. Ich sag oft, dass mich ein Jugendbuch sicher mehr überzeugt hätte, wenn ich selbst jünger wäre, diesen Zusatz kann ich bei Eden Summer komplett weglassen. Für mich ganz klar ein kleines Highlight in diesem ersten Quartal des Jahres 2017! 

5star


Mein Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an

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